Mein Weg zum Islam – Die Rückkehr zur Wahrheit
Einblicke in meine persönliche spirituelle Reise vom Christentum zum Atheismus zum Lernen und Annehmen vom Islam.

Aufgewachsen in einer evangelisch-lutherischen Gemeinde
Als Jugendlicher und Kind hatte ich kaum Kontakt zu anderen Religion außer der meiner Familie. Als damaliger Christ ging ich zum Konfirmationsunterricht und erinnere mich daran, dass ich einer der einzigen war, die das Thema Religion ernst genommen haben. Die meisten haben nur mitgemacht, um Geld zu bekommen. Ich habe versucht, die Theologie zu verstehen. In der Schule hatte ich sogar eine kleine handliche Bibel mit dabei. In der damaligen Zeit war ich bis zu zweimal wöchentlich in der Kirche, häufiger als viele der selbsterklärten Verteidiger des Christentums in ihrem Leben sind. Ein erster Wendepunkt zum Christentum, der langsam aber sicher zum Abbau meiner christlichen Identität geführt hat, war eine Frage, die ich zu einem Psalm gestellt habe.
"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?"
Psalm 22, 2 (Christliche Bibel)
Das hat für mich – damals wie heute – keinen Sinn ergeben: Warum sollte der nach christlicher Lehre „Sohn Gottes“, der zwar als eigene Person gilt, aber im Rahmen der Trinitätslehre auch wesensgleich mit Gott ist, Gott um Hilfe anrufen, als wäre er von ihm verlassen worden?
Die Frage ist auch an Christen gestellt: Ergibt das für euch logisch Sinn?
Über die logischen Probleme mit dem Christentum kann und werde ich inshaAllah noch einen eigenen Beitrag schreiben. Auf jeden Fall bin ich ähnlich wie die meisten Jugendlichen in Deutschland somit über die kommenden Jahre immer unreligiöser geworden. Offiziell war ich noch ein Mitglied der Kirche, aber ich war zum Ende hin vom Lifestyle eher ein Atheist mit Offenheit oder Tendenz zum Theismus. Der Atheismus in seiner reinsten Form war aber nie eine Bewegung, der ich mich angeschlossen habe. In einer Welt in der wir ein klar metaphysisches Phänomen, nämlich das Bewusstsein erleben, können wir nicht alles auf Materie im Rahmen der Schöpfung erklären. Nur weil man im Mikroskop ein Partikel versteht, heißt das nicht, dass das die Existenz einer höheren Macht widerlegt.
Als gleichzeitig gesundheitsbewusster junger Mann habe ich mich nie 100%ig in die sozialen Dynamiken der Jugend- und Vereinskultur integrieren können. Nicht weil ich nicht die sozialen Kompetenzen hatte, sondern weil ich dem „deutschen Kulturgut“ namens Alkoholkonsum abgeneigt war. In den allermeisten Kreisen zählt das ein oder andere Bier zum guten Ton, und ich habe oftmals nach Ausreden gesucht, um das ekelerregende Zeug nicht trinken zu müssen. Das hat mir am Islam damals schon oberflächlich gefallen, dass dort nämlich die körperliche Gesundheit durch Alkohol- und Drogenverbot viel mehr geschützt und als Geschenk Gottes geehrt wird.
Arbeitskollege und Dawah
Gegen Ende meiner Schulzeit hatte ich zunehmen Kontakt zu Muslimen und einer davon wurde später sogar mein Arbeitskollege. Als er bei mir zu Besuch war, hatte ich zum ersten Mal einen Muslim beten sehen. Für mich war das völlig neu und man kam logischerweise schnell ins Gespräch zum Thema Religion sowie die Einladung zum Islam. Martin Luther, der Begründer meiner früheren christlichen Konfession, hat nahezu perfekt beschrieben, was als nächsten passieren sollte.
„Unsere Religiösen sind nur Schatten im Vergleich zu ihnen, und unser Volk entweiht das Heilige im Vergleich zu ihrem Verhalten. Nicht einmal wahre Christen (…) zeigten je einen solch großen Ausdruck von Religiosität. Ich glaube aufrichtig, dass kein Papst, Mönch oder Geistlicher im Glauben standhaft bliebe, wenn er nur drei Tage unter den Türken verbringen würde.“
- Martin Luther, Vorwort zur Schrift über Religion und Sitten der Türken, 1530
Und so ähnlich habe ich selbst das erlebt: Nach monatelanger intensiver Auseinandersetzung mit dem Islam, dem Lesen einer deutschen Quran-Übersetzung, weiterführender Lektüre sowie Gesprächen mit einem Gelehrten und dem besagten Arbeitskollegen, war ich vom Wahrheitsanspruch des Islams überzeugt. Schließlich bin ich – Alhamdulillah – zum Islam konvertiert bzw. revertiert (Ende 2019). Grund weshalb ich nicht länger gebraucht habe, war auch die Angst, dass mich der Tod schneller erreichen könnte und somit auch das ewige Höllenfeuer.
Was genau hat mich vom Islam überzeugt?
Oftmals kommt auch die Behauptung in Gesprächen mit nicht-Muslimen, ich sei wegen einer Frau oder der Zugehörigkeit zu einer Gruppe zum Islam konvertiert. Was aber nicht stimmt. Meine Beweggründe, warum ich den Islam angenommen habe und weiter praktiziere, sind theologisch.
1. Der kompromisslose Monotheismus (Tauhīd):
Der Islam ruft zur reinen Anbetung des einen Gottes ohne Partner oder Mittler auf. Der Qur'an argumentiert dabei rational und klar: mit intelligentem Design, innerer Schöpfungsharmonie (Konstanz) und dem Prinzip einer ultimativen, singulären Ursache – also einer übergeordneten, notwendigen Existenz, die allem zugrunde liegt. Zugleich beantwortet er die zentralen logischen Schwächen der christlichen Trinitätslehre.
Das alleine ist schon mehr als überzeugend, aber es geht weiter:
2. Regeln und Pflichten im Islam (Sharia):
Interessanterweise gleichzeitig auch der Punkt, den viele Islamhasser gerne kritisieren, war und ist einer der Punkte am Islam, die ich absolut liebe. Denn Allahs Regelwerk, welches er dem Menschen über die Propheten übermittelt hat, ist wahrlich ein großer Segen, ein großes Geschenk. Anfänglich hatte ich bereits erläutert, wie das Alkoholverbot den Islam sympathisch macht. Vorteile ähnlicher Natur lassen sich bei der Umsetzung aller Regeln und Pflichten sehen. Bei manchen Islamischen gottesdienstlichen Tätigkeiten, ist der Vorteil spirituell und vielleicht nicht sofort im Diesseits sichtbar, aber Allah weiß, was am besten für seine Schöpfung ist. Beispielsweise die klassische Rollenverteilung bei Mann und Frau sorgt bei richtiger und Islamisch-traditioneller Anwendung zu hochfunktionalen Familien. Auch generell die lebensbejahende Einstellung, die der Islam vermittelt, fühlt sich schön an.
3. Die islamischen Prophezeiungen:
Aussagen aus Qur’an und authentischer Sunnah über kommende Ereignisse, Entwicklungen der Menschheit oder bestimmte gesellschaftliche Zeichen der Endzeit, die heute sichtbar eintreten, haben mir erneut gezeigt: Diese Religion basiert auf Weisheit, nicht auf Spekulation. Sie kommt von einem Schöpfer, der außerhalb der Rahmenbedingungen seiner Schöpfung ist. Dazu zählen folgende Prophezeiungen:
- Prophezeiung des Siegs der Römer über die Perser (Sure Ar-Rum 30:1–6) Ungefähre Bedeutung „Die Römer sind besiegt worden. Doch sie werden siegen – in wenigen Jahren …“
- Sahih Al-Bukhari 50, ungefähre Bedeutung: „Wann wird die ‚Stunde‘ kommen?“ Der Gesandte Allahs (ﷺ) antwortete: »Der Antwortende hat kein besseres Wissen als der Fragende. Aber ich werde euch über seine Vorzeichen informieren. 1. Wenn eine Sklavin ihrem Herrn ein Kind gebiert. 2. Wenn die Hirten der schwarzen Kamele anfangen, sich zu brüsten und mit anderen beim Bau höherer Gebäude zu konkurrieren.«
Das erinnert stark an die neu entstandenen Hochhäuser in Städten wie Dubai, dessen Erbauer noch vor wenigen Generationen Kamelhirte waren.
- Sahih Muslim 2128, ungefähre Bedeutung: Der Gesandte Allahs (ﷺ) hat dies gesagt:
- »Zwei sind die Arten der Bewohner der Hölle, die ich nicht gesehen habe: Menschen, die Peitschen wie Ochsenschwänze bei sich haben und die Menschen schlagen, und die Frauen, die bekleidet sind, aber nackt zu sein scheinen, und die dem Bösen zugeneigt sind und ihre Männer dazu bringen, sich dazu zu neigen. Ihre Köpfe sind wie die Höcker eines Kamels, das zur Seite geneigt ist. Sie werden das Paradies nicht betreten, und sie werden seinen Geruch nicht riechen, während sein Geruch aus einer bestimmten Entfernung zu riechen ist.«
Das erinnert stark an die modernen Modetrends, die insbesondere bei Frauen hautenge Kleidung betonen und oft viel Haut zeigen.
